Premiere zur Langen Nacht der Museen 2024 in Erfurt

Okay, die Lange Nacht der Museen in Erfurt gibt es schon länger und ob es tatsächlich eine Premiere gab, kann ich auch nicht beurteilen, da es für mich eine Premiere war. Ganz recht, ich war in diesem Jahr zum aller ersten Mal bei einer Langen Nacht der Museen dabei. Das Angebot war mit 25 Ausstellungsorten groß und beileibe nicht in einer Nacht zu schaffen, zumal einige davon auch außerhalb des Stadtzentrums lagen. Eine Vorauswahl musste also her.

Als Kreative habe ich mich daher für folgende vier Stationen entschieden:
1. Druckereimuseum und Schaudepot Benary-Speicher
2. Angermuseum Erfurt
3. Kunsthalle Erfurt
4. Künstlerwerkstätten

Los ging’s im Druckereimuseum und Schaudepot Benary-Speicher. Das befindet sich im Sparkassen-Finanzzentrum und ist sehr gut mit der Straßenbahn (Linie 2) erreichbar. Hier konnte man sich über alte Drucktechniken sowie die dazu gehörigen Maschinen informieren. Und was noch viel besser ist, man hatte Gelegenheit an einer dieser alten Druckerpressen unter Aufsicht selbst etwas zu drucken! Eine wunderbare Gelegenheit sich mal (wieder) vor Augen zu führen, wie früher gearbeitet wurde und wie verwöhnt man heutzutage mit unter ist. Das Schaudepot war im Obergeschoss. Hier konnte man Stücke aus der Südseesammlung sowie der Sammlung Kämmerer bestaunen. Beide Etagen waren durch die Sonderausstellung „ZWISCHEN REALITÄT UND ROMANTIK.Menschenbilder von Horst Wagner in Malerei und Grafik“ verbunden.

Nach einer kleinen Stärkung ging es dann erneut mit der Straßenbahn weiter zu den Künstlerwerkstätten in die Nordhäuser Straße. Hier konnte man zahlreiche Ateliers von Künstlern besichtigen und mit diesen auch ins Gespräch kommen. Neben Collagen aus Papier, abstrakten Acrylbildern und Fotografien waren noch weitere Stilrichtungen vertreten. Zusätzlich gab es einige Mitmachangebote. So konnte man zum Beispiel kleine Metallplättchen u.a. mit Punzen bearbeiten und einen kleinen Einblick in die Arbeit eines Goldschmiedes erhalten.

Die nächste Station war die Kunsthalle Erfurt direkt am Fischmarkt. Der Fokus lag hier auf Fotografien über das kleine Örtchen Berka. Das besondere daran ist, dass die Arbeiten von drei verschiedenen Fotografen stammen, die familiär verbunden sind. Beeindruckend war auch der Wandel des Ortes. Denn die Fotografien entstanden über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Ergänzt wurde das Ganze durch drei weitere Ausstellungen, die zum Nachdenken angeregt haben.

Den Abschluss der Nacht bildetet das Angermuseum Erfurt. Damit schloss sich in gewisser Weise auch der Kreis, denn einige Stunden zuvor hatte ich hier mein Ticket für den heutigen Abend erworben. Das Gebäude selbst ist sehr weitläufig, so dass man sich dort auch problemlos verlaufen könnte. Blickfang im Inneren war jedoch die Ausstellung von Heinz Zander. Seine Bilder waren mit unter sehr farbintensiv. Motivisch haben sie mich weniger angesprochen. Ich empfand sie mit unter gewöhnungsbedürftig, wenn nicht gar grotesk. Aber das ist gleichzeitig auch das schöne an der Kunst. Denn hier ist am Ende für jeden Geschmack etwas dabei und den eigenen Horizont zu erweitern bzw. offen für neues zu sein, hat auch noch nie geschadet.

Fazit des Abends meine Premiere bei der Langen Nacht der Museen hätte nicht besser sein können. Ich freue mich schon jetzt auf die nächste Gelegenheit.


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